• 7. Dezember 2019

2er offen – Battle der Champions

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2er offen – Battle der Champions

Einen besseren Abgang von der Wettkampfbühne kann es wohl nicht geben. André und Benedikt (Klein-Winternheim/Deutschland), die in der Vorrunde noch mit angezogener Handbremse unterwegs waren, erzielten im Final-4 der Pairs open Saisonbestleistung: 164,05.

2013 hatten die Brüder in Basel ihren ersten WM-Titel gewonnen, 2014 bis 2016 folgten drei weitere Erfolge, ehe sie sich 2017 erstmals mit Silber begnügen mussten. Nun, nach einer schweren und lagen Verletzungszeit das Comeback – und das Karriereende. Zum Abschluss gab es zwar nur Silber, doch damit konnten die beiden sehr gut leben. „Wir wussten Anfang der Saison ja nicht einmal, ob wir uns zur WM qualifizieren“, sagt Benedikt Bugner. „Der Vizetitel in Basel mit dieser fehlerfreien Kür ist der perfekte Abschied.“

Die  alten und neuen Weltmeister Serafin Schefold und Max Hanselmann (Öhringen/Deutschland) waren einfach nicht zu schlagen. „Die beiden sind Mental-Maschinen“, kommentierte André Bugner die Leistung der Konkurrenten. Als letzte Starter des Finals fuhren sie beinahe Weltrekord. Mit Weltjahresbestleistung von 166,25 stellten sie ihre Nervenstärke unter Beweis und machten den Titelhattrick perfekt. „In der Vorrunde waren wir noch unkonzentriert und nervös“, so Serafin, „aber im Finale dann voll motiviert und fokussiert.“ Auch sie hatten in der Saison mit Verletzungen zu kämpfen, waren aber erneut auf den Punkt topfit.

Bronze ging an das Schweizer Mixed-Duo Lukas Buri und Fabienne Hammerschmidt aus der Schweiz (148,20 P.), die sich vor heimischer Kulisse vor die Österreicher Marcel Schnetzer und Katharina Kühn (136,14) setzten.

1er Frauen – Starkes Mini-Comeback von Milena Slupina

Ihre Erleichterung war Milena Slupina (Deutschland) nach ihrer Finalkür bei der UCI Indoor Cycling World Championships (ICWC) deutlich anzusehen. Beinahe ungläubig blickte die Weltmeisterin von 2017 auf die Scoreboard. 189,73 Punkte und Platz 1 leuchteten auf. Da realisierte Slupina: Sie hat den Weltmeistertitel im Einer der Frauen gewonnen – zum zweiten Mal nach 2017.

Dabei rieben sich die Fans in der Vorrunde noch verwundert die Augen. Slupina zeigte ungewohnte Schwächen, brach Übungen ab, stürzte und kassierte mehr als 40 Zähler Abzug. 157 Punkte reichten immerhin zu Rang drei und dem Einzug ins Final-4. Dort dann eine völlig andere Slupina, die hier eine nahezu perfekte Darbietung ablieferte.

„Ich hatte in dieser Saison mit körperlichen Schwächen zu kämpfen“, erklärte Slupina. Das machte sich in der unmittelbaren Vorbereitung bemerkbar. „Es fehlte mir im Training einfach die Kraft. Ich habe deswegen am WM-Freitag eine Pause eingelegt.“ Woher die Schwäche kommt, konnte die nunmehr zweifache UCI-Weltmeisterin nicht ausmachen, vermutet aber: „Es hat sicher etwas mit der langen Saison zu tun.“ Für ihre Finalkür holte sie dann noch mal alles aus sich heraus. „Ich wusste ja, dass es die letzte Kür des Jahres sein wird.“

Ihre Widersacherin, Viola Brand, ebenfalls aus Deutschland, gewann indes zum dritten Mal die Silbermedaille. Die Enttäuschung darüber war ihr bei der Pressekonferenz anzumerken. „Natürlich hätte ich gern Gold gewonnen. Ich habe mein Bestes gegeben, aber Milena ist einfach eine starke, ja die stärkste Fahrerin, die es gibt.“

Auch Brand hatte in der Vorrunde gepatzt, den Lenkerhandstand abgebrochen und beim Maute-Sprung den Lenker verfehlt. „Der Sprung vom Sattel auf den Lenker hat im Finale geklappt, darauf bin ich besonders stolz“, sagte Brand. Doch ihre 185 Punkte sollten am Ende eben wieder nur zu Silber reichen.

In der Vorrunde gab es gleich zwei Überraschungen. Zum einen stand nach Abschluss der Qualifikation eine Newcomerin an der Spitze: Lorena Schneider aus Österreich zeigte als einer der wenigen Frauen eine perfekte Darbietung und gewann mit 176,25 Zählern. Im Finale kam die 18-Jährige bei ihrer WM-Premiere auf gute 171,72 und sicherte sich damit Bronze. „Dass ich heute neben so zwei erfolgreichen Fahrerinnen stehen darf, ist schon ein Traum“, freute sich die amtierende U19-Europameisterin.

Überraschung Nummer 2: Isabella Zübner (Italien). Die in Berlin lebende junge Dame mit italienischen Wurzeln hatte das Feld in der Vorrunde von Platz acht aus. Mit 135,08 Punkten zeigte sie eine achtbare Leistung und freute sich über Rang vier.

Radball – Es bleibt spannend

Das deutsche Radball-Team Bernd und Gerhard Mlady hat die Vorrunde der WM-A-Gruppe gewonnen und zieht damit direkt ins Halbfinale ein.

Im abschließenden Prestige-Duell des Qualifikationsturnieres gegen Titelverteidiger Österreich (Patrick Schnetzer/Markus Bröll) setzten sich die Mladys überraschend klar mit 6:3 durch. Beide Mannschaften hatten bis dahin alle Partien gegen die Konkurrenten aus der Schweiz, Tschechien, Belgien und Frankreich gewonnen.

Rang drei sicherten sich die einheimischen Schweizer Severin und Benjamin Waibel mit sieben Punkten vor Tschechien sowie Belgien (je vier Punkte).

Damit muss Österreich morgen in der Zwischenrunde gegen Belgien (Brecht Damen / Niels Dirikx) ran und die Schweiz bekommt es mit Tschechien (Iri Hrdlicka / Pavel Loskot) zu tun. Die Sieger dieser beiden Partien kommen im Halbfinale, während die Verlierer das Lucky-Looser-Match um den letzten Halbfinalplatz bestreiten.

Derweil muss Frankreich (Quentin Seyfried / Mathias Seyfried) zum wiederholten Mal in die Relegation und dort gegen den Sieger der B-Gruppe – Liechtenstein – um den Klassenerhalt fighten. Dieses Duell steigt nun zum dritten Mal in Folge – klar das die nunmehr dreimaligen B-Gruppen-Sieger Markus und Lukas Schönenberger am Sonntag den Aufstieg perfekt machen wollen.

Stefan Thomé
Sportjournalist

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